Hast du schon mal eine Erdölraffinerie gesehen? Was mich erstaunte, als ich das erste Mal eine aus der Nähe betrachtete, war das weit verzweigte Rohrnetz, welches dazu benutzt wurde Gas, Benzin, Kerosin, Plastik und eine Unmenge anderer Petroleumprodukte herzustellen. Man wundert sich, ob bei dieser Komplexität die Sicherheit gewährleistet werden kann und es sich trotzdem noch finanziell rentiert.
Jedes Rohr steht unter einem spezifischen Druck, der den adäquaten Ölfluss garantiert nicht zu schnell, da sonst die Rohre platzen würden, aber auch nicht zu langsam. Dieser scheinbare Wirrwarr von Rohren hatte schlussendlich Hand und Fuß. Selbstverständlich hat es einige Überlegung gekostet, das alles zu entwerfen und ein Heer von Experten ist notwendig, eine solche Anlage zu warten, zu beobachten und einen geregelten Ablauf zu gewährleisten.
Manchmal erscheint uns unser Leben wie dieses Labyrinth von Rohren, das unter enormen Druck steht. Neben unserer Arbeit und den endlosen täglichen Pflichten, die unseren Alltag ausmachen, haben wir eine Menge von Verpflichtungen unseren Familien und Freunden gegenüber. Dann besteht da noch die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber für das Gemeinwesen und für all die Hilferufe einer Welt voller Not. Auch haben wir auf geistiger Ebene die Verpflichtung unseren Glauben zu leben unsere Beziehung mit Gott durch Gebet aufrecht zu erhalten, sein Wort zu lesen und mit anderen Gläubigen Gemeinschaft zu pflegen. Manchmal scheint der Druck zu groß und unerträglich. Aber wie können wir verhindern, aus allen Nähten zu platzen?
Es mag erstaunlich klingen, wenn einem bewusst wird, dass ein gewisses Maß an Druck gut für uns ist. Er bewahrt uns davor, in einen Zustand physikalischer, mentaler und geistiger Lethargie abzugleiten. Er kann uns dazu anspornen, größere Siege zu erringen, wenn wir mit neuen Hindernissen konfrontiert sind.
Ein gewisses Maß an Druck tut uns gut, doch zuviel kann uns das Genick brechen. Darum brauchen wir ein Druckventil, einen Ausweg. Und Jesus bietet uns genau das an.
»Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt,« ermutigt uns Jesus, »Ich werde euch Ruhe verschaffen.« Um in Begriffen zu reden, die seine Nachfolger vor 2000 Jahren verstehen konnten, verglich er den Druck der täglichen Verantwortungen und Probleme mit dem, was die Lasttiere seiner Zeit tragen mussten. »Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht« (Matthäus 11;28-30). Wenn uns unser Joch zu schwer vorkommt, haben wir uns vielleicht ein Joch gebastelt, das viel schwerer ist als das, was Gott für uns vorgesehen hatte.
Ein Großteil der Aufgabe eines Ingenieurs besteht darin, genau zu wissen, welche Belastung die zu entwerfende Konstruktion aushalten muss ob es sich nun um eine Brücke, einen Fahrstuhl, ein Schiff oder etwas anderes handelt. Deswegen gibt es Schilder in Aufzügen oder Schiffen, die uns informieren, wie viele Personen sicher aufgenommen werden können. Überschreitet man diese zulässige Grenze, könnte die Brücke einstürzen, das Boot sinken oder der Fahrstuhl abstürzen.
Auch du solltest deine eigenen Grenzen kennen und sie nicht überschreiten. Wenn es dir zu viel wird, lass Jesus den Druck regulieren. Er weiß genau, wie viel gut für dich ist und wie viel du aushalten kannst. Überlass ihm die Kontrolle und er wird sich darum kümmern, dass es nie zuviel wird.
»Er gibt dem Müden Kraft, dem Kraftlosen verleiht er große Stärke. Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen. Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt« (Jesaja 40;29-31).