Man sieht und hört es überall Diskriminierung ethnischer, religiöser und aller möglichen Arten von Minderheiten, von staatlicher Unterdrückung und Verfolgung bis hin zu voreingenommenen Individuen, die anhand degradierender Witze und feindseliger Aktivitäten ihre Abneigung zum Ausdruck bringen. In was für einen krassen Gegensatz das doch zu dem Verhaltensmuster steht, das wir in Gott sehen und welches er auch von uns Menschen erwartet! Die Bibel sagt uns, dass »Gott keine Unterschiede macht« (Apostelgeschichte 10:34).
In fast jedem Land werden scharfe Trennstriche gezogen, zwischen den Reichen und den Armen, den Gebildeten und den Ungebildeten, der überwiegenden Mehrheit und den ethnischen Minderheiten, der vorherrschenden Religion und den benachteiligten kleineren Religionsgruppen. Die etablierte Mehrheit verunglimpft und verachtet oftmals die Minderheit.
Ethnische und religiöse Diskriminierung und Hass blühen in der heutigen Welt regelrecht. Die Bibel sagt, dass in den Letzten Tagen »die Liebe in vielen erkalten wird« (Matthäus 24:12), was eindeutig in der mehr und mehr von Hass erfüllten Gesellschaft offensichtlich ist. Zunehmend beinhalten Presseartikel und Nachrichtensendungen eine Fülle von Schlagzeilen über religiöse Intoleranz, Grausamkeiten und Verbrechen gegen diejenigen, die anders sind oder eine andere Ansicht als die Mehrheit vertreten.
Wir sollten uns nicht davon beeinflussen lassen, wie innerhalb der Gesellschaft mit den Gegensätzen zwischen den Menschen umgegangen wird. Gott hat uns einen besseren Weg gezeigt, welcher uns lehrt, Liebe untereinander zu haben.
In unserem Umgang mit anderen müssen wir sehr vorsichtig sein »nicht nach dem Äußeren zu urteilen, sondern Gerechtigkeit walten zu lassen!« (Johannes 7:24, engl. King James Version). Eine voreilige Beurteilung aufgrund negativer Meinungen abzugeben ist nicht ratsam und stellt sich gewöhnlicherweise als fehlerhaft heraus. Es gibt normalerweise mehr als nur einen Betrachtungswinkel. Wenn wir vorschnell die erstbeste negative Aussage bezüglich einer Situation oder Person annehmen und wir etwaiges Positives von vornherein ausschließen, dann machen wir uns mit Sicherheit schuldig, in einer Angelegenheit zu urteilen, die wir in ihrer Gesamtheit nicht verstanden haben und können aufgrund unseres Mangels an Urteilsvermögen nicht ernst genommen werden (Sprüche 18:13). Es ist uns nicht möglich unsere Mitmenschen zu lieben oder mit ihnen zu fühlen, es sei denn wir haben Verständnis für sie. Verständnis erlangen wir, indem wir uns in ihre Lage versetzen und versuchen, ihre Betrachtungsweise anzunehmen.
»Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde!« Darauf sollten wir immer achten. Wir dürfen der Sünde nicht erlauben, unsere Liebe für den Sünder zunichte zu machen. Wir dürfen die Sünde nicht als etwas Allumfassendes sehen, denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (Römer 3:10). Wir müssen lernen, über die Sünden hinwegzusehen, die in jedem Menschen zu finden sind und das Gute zu sehen, das sich in jedem Menschen befindet. Niemand ist nur schlecht und es gibt nichts, was ausschließlich negativ ist. Wir müssen nach dem Guten suchen und die positiven Möglichkeiten in den Menschen und Situationen sehen. Ob jemand schwarz oder weiß, gelb oder braun, Christ oder Moslem, Buddhist oder Hindu ist, sollte keine Rolle spielen. Der Herr schaut nicht auf die ethnische Zugehörigkeit, die Hautfarbe oder den gesellschaftlichen Status, die Sünde ist es, die dem Herrn nicht gefällt.
Wenn du dich dabei ertappst, mehr Gewicht darauf zu legen, die Sünde zu verurteilen, als den Sünder zu lieben, gib acht! Gott setzt alles ihm Mögliche in Bewegung, uns in sein Königreich zu lieben. Was hat dich zu Jesus gewonnen? War es die Bloßstellung jede einzelner deiner Sünden und die voreingenommene Einschätzung, du wärst ein »übler, hoffnungsloser Sünder«? Wurdest du heruntergeputzt und für all deine Fehler kritisiert und verurteilt? Oder ist dir gesagt worden, dass es trotz allem, das du angestellt hast, einen wunderbaren und dich liebenden Vater gibt. Er liebt dich so sehr, dass er seinen Sohn schickte, damit er für dich starb, um für dich einen Platz an seiner Seite vorzubereiten, wo du immerwährend glücklich und mit ihm im Frieden sein kannst! »Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren« (Römer 5:8).
Wenn die Menschen erst sündenfrei sein müssen, bevor wir sie lieben können, wer wäre dann wohl noch zu lieben übrig? Wenn wir anfingen, die Menschen auf Grund ihrer Sünden zu beurteilen, wer würde je unserem Standard gerecht werden? (Psalm 130:3). Wir sind alle hoffnungslose Fälle ohne Gottes Liebe, und sie ist das einzige, das uns retten kann! Gott lehrt uns einerseits die Sünde zu hassen, zeigt aber andererseits immense Liebe für den individuellen Sünder dieselbe Liebe, die er jedem einzelnen von uns erzeigte.
Gott schuf die Menschen mit Unterschieden und er liebt sie alle. Er erzeigt seine große Liebe und Gnade der gesamten Schöpfung gleichermaßen. Er hat ja nicht einige erschaffen, um sie dann weniger zu lieben als andere. Er liebt Menschen einer bestimmten Hautfarbe nicht mehr als die einer anderen. Wenn wir eine voreingenommene, herabwürdigende oder degradierende Einstellung gegenüber anderen haben, muss ihn das sehr verletzen.
Wir sollen gleiche Liebe für alle haben. Jesus gab sein Leben für die ganze Menschheit. Wie könnte er eine Person mehr als die andere lieben, wenn er doch durch sein Opfer für jeden von uns, die größtmögliche Liebe gezeigt hatte?
Als der allgegenwärtige himmlische Vater, der er auch ist, liebt Gott alle Menschen gleich. Als Elternteil liebst du jedes deiner Kinder so wie sie sind und das bis zum Äußersten. Du investierst in jeden deiner Sprösslinge was immer du kannst, entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse. Jedes Mal aufs neue opferst du dich für jeden von ihnen auf. Und trotz all ihrer Unterschiede liebst du jedes deiner Kinder mit so viel Liebe wie es auch nur möglich ist.
Das ist die Art, wie Gott liebt. Können wir genauso lieben?