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In meinem Literaturunterricht auf dem Gymnasium studierten wir Jean Paul Sartres Stück »Huis clos« (Geschlossene Gesellschaft), in dem die Bewohner der Hölle in einem Raum eingesperrt sind und nichts anderes zu tun haben, als sich in sinnlosen Diskussionen zu ergehen. In David Brandt Bergs Artikel »The Green Door« (Die grüne Tür) ist die Hölle ein makellos poliertes, krankenhausähnliches Gebäude mit Räumen voller Leute, die einer ganz ähnlichen Arbeit wie auf der Erde nachgehen, aber ohne jegliche Hoffnung, je irgendetwas von Bedeutung zu erreichen: Wissenschaftler sind mit endlosen Experimenten beschäftigt, die zu keinen Ergebnissen führen; Soldaten kämpfen in Kriegen, die nie enden; Züge erreichen niemals ihr Ziel, und Raketen heben nie vom Boden ab. Nichts wird erreicht, nie ist ein wirkliches Ende absehbar. In »Inferno«, dem ersten Teil von Dante Alghieris epischem Gedicht »La Comedia« (Eine göttliche Komödie), wird ein Teil der Hölle als endlose Bergkette dargestellt, bei der man andauernd hinaufsteigen muss, einen Gipfel nach dem anderen.
Der Himmel ist jedoch das genaue Gegenteil. Gemäß der Bibel, wie auch den Zeugnissen von hunderten von Menschen, die eine dokumentierte Nahtod-Erfahrung hatten d. h. sie waren eine kurze Zeit klinisch tot, bevor sie wiederbelebt wurden ist der Himmel ein geschäftiger Ort, wo die ständigen Bemühungen erfüllter Himmelsbewohner von Erfolg gekrönt werden. Dies steht in krassem Gegensatzt zu dem gängigen Irrtum, dass die Seligen die Ewigkeit damit verbringen würden, auf Wolken zu treiben und müßig Harfe zu spielen.
Doch die himmlischen Freuden, denen wir bereits heute erwartungsvoll entgegensehen, können schon jetzt beginnen. Jesus' berühmtes Gebet zu Gott, Seinem Vater, könnte man auch so übersetzen: »Lass deine neue Welt beginnen. Dein Wille geschehe hier auf der Erde, wie er im Himmel geschieht.«1 Und ein anderes Mal, als Jesus gefragt wurde, wann Gottes Reich denn kommen werde, antwortete Er: »Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.«2 Mit anderen Worten, es ist oder zumindest kann bereits hier in unseren Herzen sein.
»Das kommende Leben ist das wahre Leben«, hat die Hl. Theresa gesagt. So ist auch das Leben im Himmel ähnlich dem auf Erden nur viel besser. Was wir dort an Freude, Schönheit und Vergnügen erleben, wird ohne Belastungen sein alles ein Gewinn, keine Verluste. An den Himmel zu denken, kann uns also ermutigen und uns inspirieren, himmlischer gesinnt zu sein. Es wird uns bewusster werden, dass der Himmel ein realer Ort ist, an dem wir tatsächlich einmal leben werden.* Und wie kommen wir dahin? Der Apostel Johannes formulierte es so: »Und das ist der Weg zum ewigen Leben: Dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast.«3 Jesus persönlich zu kennen, heißt also, einen Vorgeschmack des Himmels zu kosten.
1 Matthäus 6:10 - Hfa
2 Lukas 17:20-21 - EÜ
3 Johannes 17:3 - NL
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