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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

NICHT ALLES, WAS GLÄNZT...

Von Abi F. May




Zu wohl keiner anderen Zeit des Jahres ist unser Konsumdrang so ungebremst wie zur Vorweihnachtszeit.

Als die allerersten Weihnachtskarten im Dezember 1843 auf Wunsch von Sir Henry Cole (einem Engländer, der zur Zeit Königin Victorias lebte) gedruckt wurden, konnte sich niemand vorstellen, dass einmal so viele Weihnachtskarten verschickt würden – die letzte Schätzung lautet auf 5 Milliarden!

Nicht nur der Verkauf von Glückwunschkarten ist sprunghaft angestiegen. Es werden auch Milliarden für Weihnachtseinkäufe ausgegeben, so dass diese Festtage für viele Einzelhändler zur gewinnbringendsten Saison des Jahres geworden sind. Tatsächlich scheint die Weihnachtssaison jedes Jahr früher anzufangen, was ein Hinweis darauf ist, welch großen Platz Profitspannen in unserem Leben eingenommen haben. In manchen Ländern ist es nicht mehr ungewöhnlich, bereits im September Weihnachtsprodukte in den Verkaufsregalen zu finden.

Die Ideen für Geschenke scheinen unerschöpflich zu sein, seien sie für unsere Kinder, Eltern, Partner, Freunde, Kollegen und natürlich für uns selbst. Wir werden mit Werbung geradezu überschwemmt. Unternehmen planen die Freigabe ihrer neuesten technischen Produkte äußerst sorgfältig und begrenzen die Liefermengen, um die Nachfrage künstlich zu steigern.

Einige Leute argumentieren, dass der Konsum – obwohl das ganze Jahr spürbar, erreicht es seinen Zenith in der Vorweihnachtszeit – für das Überleben der Wirtschaft lebenswichtig sei: Würden wir nicht weiterhin in dem Maße kaufen, müssten Unternehmen geschlossen werden und Arbeitsplätze gingen verloren. Andere vertreten die Auffassung, es sei sehr wohl angebracht, sich dem breiten Angebot neu entwickelter Annehmlichkeiten zu bedienen, um unseren Lebensstandard zu erhöhen.

Auch wenn das Konsumverhalten untrennbar mit dem modernen Leben verbunden ist, sollte es dennoch nicht unsere Wünsche und unsere Einstellungen bestimmen. Ebensowenig sollte es auch nicht die Art und Weise, wie wir unsere Zeit verbringen, unser Geld ausgeben oder unseren Urlaub verleben, übermäßig beeinflussen. Materielle Dinge sollten nicht derart wichtig werden, dass sie uns vom Wesentlichen ablenken oder von dem abbringen, was dem Leben seinen wahren Sinn gibt.

»Der Mensch gewinnt sein Leben nicht aus seinem Besitz, auch wenn der noch so groß ist.
1 Habt nicht die Welt lieb, auch nicht das, was in der Welt ist! Die Welt vergeht samt ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.2 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, sammelt euch aber Schätze im Himmel.3 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, dann wird euch all das andere obendrein gegeben werden.4«

Für viele von uns ist es sehr wichtig – manchmal vielleicht zu wichtig – was wir kaufen, wo wir einkaufen, wie oft wir einkaufen, wieviel wir ausgeben können und wie unsere Einkäufe die Meinung anderer über uns beeinflussen.

Gemäß dem britischen Psychologen Oliver James sind wir »davon abhängig geworden, zu Haben anstatt zu Sein, und wir verwechseln unsere Bedürfnisse mit unseren Wünschen. Studien zeigen, dass Menschen, die dem Materiellen einen hohen Stellenwert in ihrem Leben einräumen, sehr viel häufiger an Depressionen, Angstgefühlen, Abhängigkeiten und Persönlichkeitsstörungen leiden. Wir können nicht weiterhin in demselben Maße konsumieren und darauf vertrauen, dass unsere Urenkel eine lebenswerte Zukunft haben werden.«
5

Es geht nicht darum, ob wir nur ein Auto oder gleich drei oder das letzte 3G-Handy haben, oder den neusten Laptop oder modernsten iPod besitzen oder auch nicht. Es geht auch nicht darum, ob wir in einem Designer-Laden einkaufen oder nach gebrauchten Schnäppchen auf Ebay suchen. Nicht der Inhalt unseres Kleiderschranks oder unserer Garage zählt, sondern der Inhalt unseres Lebens. Sammeln wir unsere Schätze auf Erden oder im Himmel?

Lasst uns in dieser Vorweihnachtszeit der Verlockungen unsere Prioritäten neu ausrichten und uns daran erinnern, dass die wertvollsten Geschenke, die wir mit anderen teilen können, unsere Liebe, unsere Zeit und unsere Anteilnahme sind!


Abi F. May ist Mitglied der Family International in England


1 Lukas 12:15 – GN
2 1. Johannes 2:15,17 – Mg
3 Matthäus 6:19–20 – Lt
4 Matthäus 6:33 – Mg
5 James, Oliver (2007). Affluenza. Vermillion.


Aufgeführte Produkt- und Firmennamen sind möglicherweise Marken der jeweiligen Eigentümer

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