Wir hatten es eilig, nach Hause zu kommen, um unsere Büroarbeit zu erledigen, aber stattdessen setzten wir uns hier auf diese schöne Felsmauer, um für einen Moment die Aussicht zu genießen und wurden dabei von folgenden Gedanken inspiriert:
Es gibt ja kaum etwas, das man in Eile genießen kann ein Glas Wein, einen Spaziergang, ein Gespräch, einen Ausflug, eine schöne Aussicht, eine Mahlzeit oder eine Umarmung. Gott hat es fast nie eilig! Er benötigt Zeit um ein Baby zu machen, eine Blume, einen Baum, einen Sonnenuntergang, ja selbst einen Grashalm.
Es ist schon seltsam, aber Gedanken dieser Art beschäftigten mich bereits als ich noch ein kleiner Junge war. Oft saß ich auf einem Hügel und dachte darüber nach, was für eine Bedeutung alles in der Schöpfung hatte. Ich hatte immer das Gefühl, dass alles eine bildliche Darstellung von etwas sein sollte; alles sollte irgendetwas ausdrücken
Hetzen führt zum Tod, Eilen bringt nichts als Schaden und es braucht Glauben, Geduld zu haben. Wenn du dich übereilst, dann übersiehst, verlierst und vergisst du Dinge und bist schnell erschöpft! Es mag einer in Saus und Braus leben, aber wird er dafür bezahlen können? Schnell gefreit, lang gereut! Eine Minute eingespart, aber ein Leben verloren! Mit Hellern geknausert, aber Taler verschleudert!
Wenn du langsam gehst, kommst du schneller ans Ziel zumindest kommst du an! Besser spät als nie Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wenn du anhältst um zu schauen, wo du hinspringst, ersparst du dir womöglich eine böse Überraschung. Knapp vorbei ist auch daneben. Man braucht Zeit um exakt zu zielen.
In der Armee hatten wir Zielscheiben, die sich bewegten oder die nur einen Augenblick auftauchten und dann wieder verschwanden. Einige der anderen Soldaten hatten es so eilig zu schießen. Sie hatten Angst, dass das Ziel verschwinden würde und sie es völlig verfehlten. Ich wartete aber, bis ich sicher war, dass ich ins Schwarze treffen konnte, und wurde »Scharfschütze«, ein ausgezeichneter sogar, beim Wettschießen mit 9 von 10 Schüssen. Manche waren so in Eile und dermaßen aufgeregt, dass die Waffe in der Hand zitterte. Sie zerrten so ruckartig am Abzug, dass das ganze Gewehr »verriss« und dazu führte, ihr Ziel zu verfehlen. Am Ziel vorbeizuschießen ist eine Verfehlung! Ich nahm mir die Zeit, meinen Ellbogen fest aufzulegen, mein Gewehr sicher zu halten, genau zu zielen und den Abzug langsam durchzuziehen. Ziehen, nicht zerren, sonst wirst du etwas verfehlen!
 |
Rom ist nicht gerade an einem Tag gebaut worden...! Als ich einmal in großer Eile war, etwas wichtiges zu tun und eine wichtige Entscheidung zu treffen, sagte mir der Herr, dass man Zeit brauche, um ein Haus zu bauen. Er erläuterte mir: »Zuerst musst du ein solides Fundament legen, dann mit Mörtel ein Ziegel und ein Stein auf dem anderen fest aufschichten und jedes Stück genau einpassen. So etwas kann man nicht in Eile tun, sonst hat man am Ende eine Mauer, die in sich zusammenfällt. Dann muss über allem das Dach sicher aufgerichtet werden: ein Balken, ein Sparren und ein Ziegel nach dem anderen. Dann kommen die Pflasterer, später die Maler und schließlich werden die Fenster und Türen eingehängt, die Decken eingezogen und Böden gelegt bis zu guter Letzt ein fachmännisch zusammengefügtes Bauwerk entsteht. Und erst dann hast du ein Gebäude, das den Ansprüchen der Zeit Stand halten wird, langsam aber sicher konstruiert.«
Aber ich habe einige Behausungen gesehen, die im Nu zusammengeschustert worden waren, über die dann einige unehrliche Bauunternehmer lästerten: »Die halten lange genug, um abzuhauen, bevor sie einem über den Kopf zusammenfallen.« Und diese stürzen in einem großen Sturm dann auch ein und erschlagen ihre Bewohner. Ich sah Tausende von diesen schlechtgebauten Häusern 1926 im großen Wirbelsturm von Miami zerstört: Hunderte von Menschen kamen um, aufgrund fehlerhafter, hastiger Bauweise, die dem Sturm nicht Stand hielt.
Man kann selbst mitten im Sturm Frieden finden, wenn man weiß, dass man sich in einem sicheren Gebäude befindet stark, fest, gut gebaut und unbeweglich, selbst im stärksten Wind. Ein gutes Gebäude macht sich nicht auf und sucht das Weite, es lässt sich nicht vom Sturm wegblasen es hält ihm stand, bis er vorüber ist.
Als Mose es eilig hatte, das Volk Gottes zu befreien, tötete er einen Ägypter und musste fliehen, um nur sein eigenes Leben retten zu können. Aber nachdem er 40 Jahre lang geduldig und demütig in der Wildnis Schafe gehütet und Zeit gehabt hatte, Gottes Stimme zuzuhören, anstatt seinen eigenen Impulsen zu folgen, war er der langsamen, mühseligen und geduldigen Arbeit des Auszuges aus Ägypten gewachsen langsam, aber sicher.
Dann verbrachte er 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg und hörte von Gott, aber in einem Moment des Zornes zerbrach er alle zehn Gesetzestafeln, verlor das Ganze, und musste für weitere 40 Tage hinaufgehen wegen seiner Hast brauchte er doppelt so lange.
Der eilige Hase kam nie am Ziel an, aber die bedächtige Schildkröte schon, wie uns die alte Fabel lehrt! Meine Frau sagte oft zu mir, wenn wir zu irgendeinem Treffen oder einer Verabredung unterwegs waren: »Schatz, heute haben wir keine Zeit für eine deiner Abkürzungen«, denn sie wusste, was gewöhnlich geschah, wenn ich anfing, querfeldein zu fahren, um zu versuchen, einen schnelleren Weg zu finden: Wir gingen dabei oft total verloren und kamen nur noch später an!
Ziehen, und nicht zerren, sonst wirst du das Ziel verfehlen, und das ist eine Verfehlung!
Manchmal wird meine Frau sehr ungeduldig mit mir, weil ich ihr nicht sofort antworte, wenn sie mich etwas fragt; aber man braucht Zeit, um zu überlegen und zu beten und um sicher zu sein, die richtige Antwort zu geben. Jeder kann gleich seinen Mund aufreißen, aber sagt derjenige auch wirklich etwas? Sei langsam zum Reden und langsam zum Zorn! Geh langsam, nimm dir Zeit, du wirst den Moment mehr genießen und mehr vom Leben haben!
Mein Vater sang oft ein kurzes Lied: »Lass niemand dich aufregen, hetzen oder verwirren Sonst wirst du dich ins Grab oder 'ne Ehe verirren!«
»Gehe hin zur Ameise, du Fauler« (Sprüche 6:6) denn sogar um die emsige Geschäftigkeit der Ameisen zu beobachten, um von ihnen zu lernen, braucht man Zeit. »In eurem Eifer seid nicht träge, sondern fleißig mit dem, was ihr tun sollt.« (Siehe Römer 12:11.) Das Faultier hängt den ganzen Tag mit geschlossenen Augen an einem Ast; es schläft. Es bewegt sich kaum, bis es wie ein Teil des Baumes aussieht. Es ist nicht nur langsam, es tut als wäre es tot!
Seid mäßig in allen Dingen! »Lasst eure Sanftmut allen Menschen kund werden!« (Philipper 4:5) Laufe nicht zu schnell, damit du nicht strauchelst, und sitze nicht nur da; tu etwas, aber »wandelt vorsichtig«! (Epheser 5:15)
Ziehen, nicht zerren, sonst könntest du das Ziel verfehlen, und das ist Sünde!
Falls du's noch nicht gemacht hast, warum nimmst du dir nicht einen Moment Zeit, um innezuhalten, zu Jesus aufzuschauen und Ihm zuzuhören, wie Er an die Tür deines Herzens klopft? Öffne sie Ihm einfach, indem du dieses einfache Gebet nachsprichst:
Lieber Jesus, hilf mir, langsamer zu gehen und mir Zeit zu nehmen, auf Deine Führung in meinem Leben zu hören! Ich brauche Dich und bitte Dich um Verzeihung für meine Sünden. Bitte komm in mein Herz, gib mir Dein unbezahlbares Geschenk des Ewigen Lebens und fülle mich mit Deinem Heiligen Geist, um mich zu ermächtigen, anderen von Deiner Liebe zu erzählen. Amen.