Als Jesus auf den Berg stieg, ließ Er die Menschenmenge hinter sich. Berggipfel sind nie überlaufen.
Ich habe viele Berge bestiegen und war fast immer allein. Warum? Weil es anstrengend ist. Nicht viele Leute wollen bergsteigen. Es ist einsam, und du musst alles zurücklassen, um es zu schaffen. Du wirst wahrscheinlich etliche Kratzer und blaue Flecken abbekommen es könnte dich sogar dein Leben kosten.
Auf dem Berg ist mehr Licht. Wenn das Tal schon lange in Dunkelheit liegt, kannst du dort immer noch die Sonne sehen. Das Tal ist fast immer dunkel voller Leute und Dinge, aber meistens in Dunkelheit. Auf dem Berg ist es windig und kalt, aber aufregend.
Wenn du einen Berg besteigen willst, musst du das Gefühl haben, dass es sich wirklich lohnt, dein Leben dafür zu riskieren! Jeden Berg den Berg dieses Lebens, den Berg der Errungenschaften, der Hindernisse, der Schwierigkeiten wenn du ihn erklimmen willst, muss es wert sein, dafür zu sterben und gegen den Wind, die Kälte und den Sturm anzukämpfen symbolisch für Widrigkeiten. Aber alleine auf dem Berggipfel fühlst du dich dem Herrn so nahe. Die Stimme Seines Geistes ist dort so laut, dass sie dir beinahe in den Ohren dröhnt! Die Stille auf dem Gipfel ist ohrenbetäubend! Du fühlst dich richtig »high« auf der Spitze eines Berges. Es ist aufregend, ja fast erschreckend! Im Tal dagegen ist der Lärm der Menschenmenge so laut, dass du Gottes Stimme gar nicht hören kannst.
Natürlich ist Bergsteigen äußerst gefährlich. Du bist dem Abgrund nie so nahe wie oben auf dem Kamm. Ein einziger kleiner Fehltritt, und du landest wieder ganz unten. Mit dem Bergsteigen hat es etwas Seltsames auf sich: es ist viel einfacher hochzuklettern als wieder hinunter. Wenn du einmal oben bist, kommst du vielleicht nie wieder runter eines der Risiken, die du beim Bergsteigen eingehst. Viele Bergsteiger, die abstürzten, kamen beim Abstieg um, weil man beim Aufstieg den Weg vor sich sehen kann, aber beim Abstieg schlecht sieht, wo man hintritt.
Wieviele Leute sehen wirklich, worauf sie zusteuern, wenn sie sich vom Herrn und Seinem Dienst abwenden? Sie meinen, sie kehrten zu einem einfacheren Weg zurück, aber es ist ihnen nie klar, was ihnen wirklich bevorsteht, wenn sie zurückgehen eine schreckliche Enttäuschung! Du hast dieses bestimmte Gefühl, dass du den Berg nicht verlassen willst; über den Gedanken des Abstiegs kannst du dich nicht begeistern. Hinaufsteigen gibt einen gewissen Antrieb, fast eine geistige Beflügelung, und du riskierst alles. Aber Absteigen? Keine Inspiration, kein Ziel, keine Errungenschaft. Du schlitterst ganz einfach zurück ins Schlammloch zurück in den Morast der Humanität und den Sumpf der Masse.
Im Matthäus-Evangelium, Kapitel fünf, Vers eins, kann man sehen, dass zwischen dem Berg und der Menschenmenge ein deutlicher Unterschied gemacht wird. »Als Er [Jesus] aber die Menschenmenge sah, stieg Er auf den Berg; und als Er sich gesetzt hatte, traten Seine Jünger zu Ihm.«
Nur Pioniere besteigen Berge Leute, die etwas tun wollen, was noch nie jemand anders getan hat; Leute, die aus der Menschenmasse herausragen, die mehr wollen als das, was schon getan und erreicht worden ist. Pioniere müssen Vision haben die Vision, zu sehen, was sonst niemand sehen kann; Glauben etwas zu glauben, das niemand anders glaubt; Initiative die Initiative, es als erster zu versuchen; Courage den Mut, deine Pläne erfolgreich durchzusetzen! Aber auf dem Berg siehst du die Sonne als erster aufgehen und als letzter untergehen. Du siehst Gottes herrliche Schöpfung in ihrem ganzen Umkreis! Du hast eine Aussicht von 360 Grad um dich herum den gesamten Horizont! Als könntest du dein ganzes Leben von Anfang bis Ende überschauen und begreifen.
Du fühlst dich, als würdest du in der Ewigkeit leben, während die dort unten an die Zeit gebunden sind. Du siehst die Welt in ihrer richtigen Perspektive, mit einem Gebirgszug nach dem anderen, der noch erobert werden muss eine Welt jenseits des Blickfelds und Horizonts der normalen Menschen. Du siehst ferne Gipfel, die es noch zu besteigen gilt, und ferne Täler, die noch durchquert werden müssen. Du siehst Dinge, welche die Menschen in der Talsohle nie sehen, ja nicht einmal begreifen können.
Im Tal verwickelt man sich in den Materialismus und der Scheinwelt der Masse. Du kannst dort nur die Zeit, zeitliche Geschöpfe und zeitliche Dinge sehen, die alle bald vergehen werden. Aber wenn du deinen Kopf über die Menschenmasse emporreckst, wirst du selbst zu einer Art Berg in ihrer Mitte, und die Gesellschaft wird sich dir widersetzen und dich bekämpfen, weil sie dich nicht verstehen kann und dich nicht in ihrer Mitte haben will. Die Leute wollen es nicht einmal wahrhaben, dass die Berge existieren! Sie wollen auch andere nicht hören lassen, dass es Berge gibt. Sie wollen nicht, dass andere einen Atemzug von der frischen Luft der Kristallgipfel erhaschen! Sie wollen sie weiterhin unten in der Niederung, im Sumpf und Morast gefangen halten.
Sie hassen dich, wenn du dich scheinbar auf einem Berg befindest, während sie im Tal sind; weil es offensichtlich ist, dass du über ihnen stehst, und sie niemanden über sich haben wollen. Sie wollen, dass du im Sumpf steckenbleibst wie alle anderen. Sie wollen niemanden wissen lassen, dass es außer dem Tal noch irgendeinen anderen Ort gibt. Und sie werden nichts unversucht lassen, dir das Bergsteigen auszureden.
Bist du dir bewusst, dass Kriege seit undenklichen Zeiten häufig zwischen dem Talvolk und dem Bergvolk geführt wurden? Wir können das aus der Geschichte ersehen, ob du es glaubst oder nicht! Die Menschen der Berge sind immer zäher, kräftiger, abgehärteter und in der Minderheit. Aber sie haben überlebt, weil sie immer in das Gebirge fliehen konnten. Die Bewohner der Niederungen folgten ihnen nie nach, weil sie zum Bergsteigen nicht stark und zäh genug waren. So jagten sie die Bergbewohner ein bisschen hoch und ließen sie dann laufen. Sie wollten sie nur loswerden. Das Talvolk wollte die Berge nicht erobern, es wollte nur die Bergbewohner loswerden, die ihnen ein Dorn im Auge und Pfahl im Fleische waren. Die Menschen der Berge bewiesen, dass man auch woanders als in den Niederungen leben konnte etwas, das vom Talvolk als unmöglich abgetan wurde. Die Geschichte kennt viele Beispiele von Bergvölkern, die Talvölker besiegten, aber sehr wenige von Talvölkern, die Bergvölker besiegten.
Die große Gefahr lag jedoch immer darin, dass die Bergbewohner es sich in den Niederungen selbst bequem machten, nachdem sie das Talvolk erobert hatten. Wir lernen demnach aus der Geschichte, dass es für die Bergmenschen besser ist, in ständigem Kriegszustand mit den Talleuten zu leben ein endloser, unerbittlicher Kampf mit dem Tal, damit sie nicht auch noch von seinen Bewohnern eingenommen werden. Es ist äußerst gefährlich, wenn du mit dem Tal Frieden schließt und du es als sicher erachtest, in die Niederungen abzusteigen. Die größte Gefahr liegt in der Sicherheit, weil du dann die Freiheit und Ungebundenheit der Bergwelt verlierst, die wilde Freiheit der Berge.
Die Niederungen sind des Menschen Land das Hochland ist das Land Gottes. Der Mensch dominiert das Tal, Gott allein beherrscht den Berg, und die Menschen, die in den Bergen leben, wissen das. Aber die Menschen, welche die Niederungen bewohnen, meinen, sie seien Gott, weil sie über sich selbst herrschen. Sie fühlen sich sicher und denken, sie brauchen Gott nicht, weil sie vergessen haben, dass es überhaupt einen Gott gibt, denn sie können nicht einmal mehr den Himmel über sich sehen. Aber die Menschen auf den Bergen erleben Dinge, die so erschreckend und gefährlich sind, dass sie nahe bei Gott leben müssen.
Es ist ein rauher und holpriger Weg, und du trägst eine schwere und drückende Last. Und die Leute, die du auf dem Berg antriffst, sind nicht immer freundlich; aber unten im Tal sind sie noch schlimmer. Auf dem Berg gibt es nicht viele Plätze zum Leben nur kleine, einfache Hütten und Schutzdächer. Es gibt nicht viel zu essen, es ist kalt und windig, aber es würde sogar aufregend sein, dort zu sterben. Es ist besser, auf dem Berg zu sterben, als im Tal zu leben! Wann steht schon etwas in der Zeitung über jemanden, der auf der Straße einer Großstadt ausrutscht und hinfällt. Aber über einem Menschen, der in den Bergen stirbt, weil er wenigstens den Versuch wagt, wirst du in den Zeitungen lesen selbst wenn es in einem fernen Land passiert.
Josua und Kaleb, zwei der hebräischen Spione im Alten Testament, waren echte Pioniere und Menschen der Berge. Sie waren die beiden einzigen der älteren Generation, welche die vierzig Jahre in der Wildnis überlebten, und sie müssen ungefähr gleich alt gewesen sein. Josua eroberte eine Nation, und im Alter von 80 Jahren sagte Kaleb so etwas wie: »Lass den Rest der Schwächlinge die Täler einnehmen!« Er war noch immer ein Kämpfer und Pionier. Er sagte: »Ich nehme den Berg!« (Siehe 4.Mose 13:30.) Ausgetretene Pfade sind für geschlagene Menschen; aber die Berggipfel gehören den großen Pionieren!
Wenn du einen Berg erklimmst, lässt du die Menschenmenge weit zurück dann weißt du, wer die Jünger sind. Auf dem Berg kamen nur die Jünger zu Jesus. Als Er auf den Berg stieg, waren sie die einzigen, die das unbezahlbare Privileg hatten, die berühmteste Predigt aller Zeiten zu hören. Die einzigen, die an diesem Tag wirklich vom Himmel hörten, waren diejenigen, welche die Menschenmassen zurückliessen und sich für den Berg entschieden die Jesus den ganzen Weg nach oben folgten. (Siehe Matthäus 5:1.)
Ich frage mich, wie viele Leute damals eine Zeitlang versuchten mitzuhalten und schnaufend und pustend am Wegrand zurückblieben. Ich bin überzeugt, dass all die Leute ausgesiebt wurden, die auf die Brote und Fische aus waren und deren Motto »Was springt dabei für mich heraus?« war und weil der Preis zu hoch war. »Wozu soll das schon gut sein, mit diesen verrückten Spinnern auf diesen hohen Berg zu klettern! Sie sind sowieso Fanatiker, sonst würden sie diesen Berg gar nicht besteigen. Sie sind Narren! Wissen sie denn nicht, dass er noch nie bestiegen wurde! Wissen sie denn nicht, dass es unmöglich ist! Warum sollen wir dort hinaufklettern und Kopf und Kragen riskieren, nur um noch ein Wunder zu sehen und noch so ein Fischbrot zu bekommen? Es hat keinen Sinn, sich mit dem Klettern so abzurackern! Wir setzen uns hier erst mal hin und warten ab, ob sie es jemals wieder herunterschaffen! Wir werden es uns hier gemütlich machen und Däumchen drehen und eine schöne Pause genießen, während die auf den Berg steigen. Wir wollen erst mal sehen, ob sie's überhaupt schaffen!«
Nun, du hörst praktisch nie von Leuten, die abwarten und sehen wollen ob man es schaffen kann oder nicht. Du hörst nur von Leuten, die es entweder geschafft haben oder bei dem Versuch umgekommen sind. Aber wenn du es schaffst, wird sich dir der Mund Gottes öffnen! Er wird mit dir von Angesicht zu Angesicht reden, und Er selbst wird dich lehren und dir die größten Seiner Geheimnisse offenbaren!
Was hörst du also auf dem Berg? Du hörst Worte, die um die Welt hallen werden! Was hörst du in der Stille? Ein Flüstern, das den Lauf der Geschichte ändern wird! Die bedeutendsten Gesetze, die dem Menschen je gegeben worden sind, nach denen noch immer der größte Teil der zivilisierten Welt regiert wird, wurden einem Mann allein auf einem Berg gegeben. Ein Mann allein Mose kam mit den zehn Geboten von einem Berg herunter; und weder die hebräische Nation noch die restliche Welt waren jemals wieder dieselben!
Die bedeutendste sogenannte Predigt, die je gegeben wurde, die »Bergpredigt«, wurde einer kleinen Gruppe von Bergsteigern gehalten von Jesus, dem größten Bergsteiger von allen. Er bestieg schließlich Seinen letzten Berg, den Berg Golgatha, die Schädelstätte, und starb dort allein für die Sünden der Welt. Das war ein Berg, den nur Er allein für dich und mich besteigen konnte, aber Er hatte es geschafft! Nachdem die Jünger Jesu Seine Bergpredigt gehört hatten, machten sie den Abstieg und veränderten die Welt! Sie waren nie mehr dieselben! Was hatte sie verändert, dass sie die Welt verändern konnten? Sie hatten die Stimme Gottes gehört, die sie Dinge gelehrt hatte, die dem völlig entgegengesetzt waren, was man in den Niederungen hört! Im Tal sagte man: »Selig sind die Römer, die Stolzen und Hochmütigen und Mächtigen. Seht, was sie geleistet haben! Sie haben die ganze Welt erobert! Es lohnt sich, ein Römer zu sein!« Aber oben auf dem Berg sagte Jesus genau das Gegenteil: Hier geht's weiter