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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

REICHER MANN, ARMER MANN TEIL 2
Wer ist der Bettelmann und wer der Dieb?
Ein »etwas anderer« Geschichtsunterricht


von David B. Berg

Das wurde also als Kaufen und Verkaufen gegen Zahlungsmittel bekannt, eine ganz neue Art, Waren zu tauschen. Es klappte eine Weile ziemlich gut, aber ziemlich bald wurden die Reichen so reich und bezahlten solch hohe »Preise« (der Betrag des Zahlungsmittels, den du für ein Objekt oder eine Dienstleistung bezahlst) für solch enorm wervolle Waren, dass es schwer war, das Gold, das Silber und die Juwelen hin und her zu transportieren. Sie waren zu schwer und kaum vor Räubern und anderen Reichen zu verbergen, die eventuell vorhatten, sie während des Transportes zu rauben!

Sie erfanden also eine ganz neue Art von Zahlungsmittel, das nicht so schwer zu verbergen, zu transportieren und zu tauschen war. Das wird »Papiergeld« und mit deren Überbegriff »Währung« genannt. Jedes reiche Land, das von seinen Reichen geführt wurde, verbarg sein Gold und Silber und seine Edelsteine in stabilen Gebäuden mit dicken Wänden, die »Schatzkammern«, »Tresore«, »Banken« usw. genannt wurden. Dann druckten sie in einem besonderen Verfahren diese kleinen Papierscheine, wobei jeder kleine Schein aufwies, dass die Reichen dieses Landes soundsoviel Gold und Silber usw. in der Schatzkammer oder auf der Bank hatten genau so viel, wie auf dem Stück Papier aufgedruckt war. Dann konnten sie es zur Bank oder Schatzkammer bringen und das Stück Papier gegen den echten Gegenwert das Gold oder das Silber eintauschen.

Sie konnten einfach diese kleinen Zettel gegen die Dinge, die sie brauchten oder haben wollten, umtauschen, so dass sie das eigentliche wertvolle Gold- und Silbergeld nicht so viel herumtransportieren mussten. Die kleinen Papiergeldzettel sollten beweisen, dass sie soundsoviel wirkliches Gold und Silbergeld auf der Bank hatten, gegen das sie es eintauschen konnten.

Dieses ganze Geld-(»Schein«)-Geschäft wurde »Währungssystem« genannt. Es war eine sehr einfache Art und Weise, schnell mit Waren zu handeln, ohne auch nur irgendetwas anderes als diese kleinen Papierfitzel mit sich herumtragen zu müssen. Aber ziemlich bald wurden die Reichen sogar mit dem Papiergeld so reich, dass es eine große Anzahl von Lastwagen erfordert hätte, um es herumzutransportieren und von einem Reichen zum anderen zu bringen.

Sie wurden so reich, dass sogar das Papiergeld zum Tragen zu schwer wurde! Daher erfanden die Reichen eine ganz neue Art des Handelns, die »Schecks« genannt wird. Eine neue Art und Weise, nicht nur mit Gütern oder Gold zu handeln, sondern sogar mit Papiergeld zu handeln, so dass sie nicht einmal mehr die Papierscheine so oft von Bank zu Bank transportieren mussten! Sie konnten das Papiergeld auf der Bank lassen und diese kleinen Mitteilungen an die Bank schreiben, die Schecks genannt werden und der Bank mitteilen, an jemanden soundsoviel Geld vom eigenen Geld auf der Bank kurz »Bankkonto« genannt auszuzahlen. Dann konnten sie einfach Schecks zu Lasten ihres Bankkontos schreiben, um die Sachen zu bezahlen, die sie kaufen wollten.


Und etwas neues machte das große Geschäft des großen Kaufens und Verkaufens großer Dinge durch die großen Reichen viel einfacher und schneller. Eine neue Art des Marktes, genannt die »Börse« oder »Aktienmarkt«, wo sie Sachen hin- und hertauschen konnten, ohne auch nur jemals die Sachen oder das Geld zu Gesicht zu bekommen!

Sie konnten bei der Börse mit diesen kleinen Papierzetteln, die »Schecks oder Zertifikate« genannt werden, sogar ganze Fabriken und Unternehmen eintauschen und Gold, Silber, Zucker, Baumwolle, Weizen einfach alles Mögliche. Die Objekte oder Teile davon, was immer sie auch eintauschen wollten wurden auf Papieren vorgewiesen, die man »Aktien« nennt.

Die Börsen tauschen sogar Papiergeld, das noch nicht einmal bezahlt ist oder überhaupt existiert. Dazu sagt man »Pfandbriefe«. Diese sind »Anleihen« oder Geldbeträge, die Leute, Geschäftsunternehmen oder Regierungen später zu zahlen versprochen haben, wann immer sie es haben. Im Moment haben sie es nicht, aber sie hoffen später zahlen zu können, indem sie Güter verkaufen, Geschäfte machen oder den Leuten etwas mehr Steuern auferlegen.

Diese Versprechen, später zu zahlen, werden »Obligationen« genannt, weil das Wort bedeutet, dass sie ihrer späteren Bezahlung obliegen, weil diese Obligationen auch Papierscheine sind, welche besagen, dass sie versprechen, es irgendwann einmal zurückzuzahlen und obendrauf ein bisschen mehr, die sogenannten »Zinsen« auf diese Anleihen.

Die Aktien sind auch Papierstücke, die »Anteile« genannt werden. Besitzt du eine Anleihe, dann hast du einen Anteil an irgendeiner Art von Unternehmen, Fabrik, Goldmine, ein Güterlager mit Gold, Silber und andere kostbare und nützliche Metalle oder Nahrungsmittel wie Zucker und Kakao und Kaffee oder Textilien wie Baumwolle oder Wolle.

Aber die Reichen haben es immer so eilig, noch schneller reich zu werden, dass sogar diese Art, mit Geld und Dingen zu handeln, zu langsam geworden ist.

Sogar die Schecks sind jetzt so zahlreich, dass sie für die Banken zu schwer so schnell handzuhaben sind, denn die Konsumgüter werden in solch einem Tempo gekauft und verkauft und das Geld so schnell getauscht, dass die Banken Mühe haben, nachzukommen!

Darum ließen die Reichen die klugen und gebildeten Armen einige neue Geräte erfinden, die »Computer« genannt werden, um all das Geld, die Aktien, Obligationen, Schecks, Anteile, Konsumgüter usw. zu erfassen!

Ziemlich bald wirst du nicht einmal mehr Geld oder Schecks mit dir herumtragen müssen, um Sachen zu kaufen, sondern nur eine kleine Nummer auf einer kleinen Karte, die der Kassierer im Laden in eine neue Art von »Registrierkasse« hineinstecken kann. Der Preis wird dann automatisch durch den Computer von deinem Geld auf der Bank abgezogen und elektronisch über Kabel auf das Bankkonto des Ladens, wo du die Sachen gekauft hast, überwiesen und wird stattdessen dem Geldbankkonto des Ladens gutgeschrieben.

Auf diese Weise brauchen sie noch nicht einmal die Schecks oder das tatsächliche Geld von einer Bank zur anderen zu bringen. Das nennt man »Kreditsystem«, und ist die neue Zukunftstechnologie, womit Geld und Waren anhand elektronischer Impulse über Computer von einer Person zu anderen ausgetauscht werden.

Das Geld, das die Armen dafür bekommen, dass sie all diese Dienstleistungen für die Reichen verrichten, wird »Lohn«,»Gehalt« oder »Bezahlung« genannt, und diejenigen, die mit ihren Füßen und Händen und Rücken die härteste Arbeit tun, nennt man »Arbeiter«. Aber jene, welche die Kopfarbeit tun, um diese Maschine und Geräte für die Reichen zu kreieren und zu bedienen, sind die Techniker, Ingenieure, Angestellte, Militäroffiziere, Manager, Makler, Geschäftsexperten, Wissenschaftler, Bauherren usw.


Da die Reichen wegen all ihrer Geldsorgen über ihre Reichtümer, ihrer Machtkämpfe und Kriege usw. so oft krank sind, brauchen sie auch Ärzte und Medikamente, um zu versuchen, wieder gesund und glücklich zu werden, was sie sonst selten sind. Gott segnet sie nunmal nicht, weil sie die Armen berauben, betrügen und unterdrücken und deswegen Seine Gesetze der Liebe brechen.

Sie haben auch untereinander soviel Kämpfe und Streitigkeiten, dass sie Rechtsanwälte und Gerichtshöfe und Richter brauchen, um zu versuchen, sie beizulegen. Auch brauchen sie Militärführer und Offiziere, um die armen Soldaten anzuführen, die Kriege der Reichen mit anderen Reichen zu kämpfen.

Die Reichen brauchen auch die Religion und reiche religiöse Organisationen wie die Kirchen, um zu versuchen, sich selbst für all das Böse, das sie getan haben und all die Armen, die sie beraubt haben und die Kriege, die sie gekämpft haben, zu trösten. Die Religion hilft ihnen auch die Armen untertan zu machen und die Unterdrückten davon abzuhalten, sich über ihre Armut zu beklagen sie versprechen ihnen mit der Religion ein zukünftiges, himmlisches Glück. Es wäscht das Gehirn der Armen von allen »anti-Reichen« Gedanken rein und trichtert ihnen die Zufriedenheit und Bereitwilligkeit ein, friedliche und schwerarbeitende Diener der Reichen zu sein und für sie all diese Dienste als den »Willen Gottes« zu tun, der laut Religion der Wille der Reichen ist.

Die Reichen brauchen also auch den Klerus, die Prediger, die Priester und die Kirchen, damit die Armen friedliche und willige Arbeiter bleiben. All diese klügeren, besser ausgebildeten Diener der Reichen, die mehr mit dem Kopf als mit den Händen arbeiten, werden Arbeiter in »Schlips und Kragen« genannt die »Akademiker« oder der »Mittelstand«, die mehr Geld verdienen und besser bezahlt werden als die armen, hand-arbeitenden, schwer arbeitenden, einfachen Arbeiter »in Blau«, welche die manuellen, niedrigen Arbeiten verrichten und dazu auch noch für den Mittelstand arbeiten.

Diesem »Mittelstand« der Akademiker, Techniker, kleinere Geschäftsleute, Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Pfarrer, Makler, Angestellte, Ingenieure usw. wird nicht nur gestattet mehr zu verdienen als der Arme, sondern darf auch mehr Dinge besitzen wie zum Beispiel schönere Häuser, bessere Autos, Farbfernseher, Stereoanlagen, schönere Kleidung, reichlicheres und besseres Essen damit sie zufrieden bleiben und nicht gegen »ihre Herren« rebellieren; auch wenn sie klug genug wären, so etwas zu tun.

Diese teilweise reiche Mittelklasse hilft den Reichen, die Armen auf ihrem untersten Platz zu halten, damit sie nicht dagegen rebellieren, Sklaven der Reichen zu sein. Sie sind aber auch die Sklaven des Mittelstandes, eine Art von Neureichen auch bekannt als »Bourgeosie«, »Intelligenzia«, Intellektuelle, Akademiker, Kleinunternehmer usw.

Der arme Mann versucht ja nur genug Geld für ausreichende Nahrung, Kleidung und eine Unterkunft zu zusammen zubekommen, um seinen eigenen Körper, Seele und seine Familie beisammen und am Leben zu erhalten für ihn sind die Reichen und die Mittelklasse ein und dasselbe: sie sind alle seine Herren und er ihr Sklave.

Die Polizei und Armee sind für ihn ebenfalls nichts als die Werkzeuge der Reichen und der Mittelklasse, die die Gesetze machen und in Kraft setzen, um sich selbst zu schützen, damit er unterdrückt und abhängig bleibt. So kann er nicht für seine Rechte rebellieren, einen Aufruhr oder eine Revolte anzetteln, unkontrolliert viel für höhere Löhne streiken, bessere Wohn- und Lebensverhältnisse oder mehr Nahrung und bessere Kleidung verlangen.

Darum sind natürlich die Gerichtshöfe und Gefängnisse bis zum Bersten vollgepackt mit viel mehr Armen und viel weniger Mitgliedern der Mittelklasse und kaum jemanden aus der Oberklasse welche letzlich selbst die Regierung und das Gesetz sind, es in Kraft setzen, immer entschuldigt werden oder sich freikaufen. Selbst wenn sie mit den unteren Klassen tatsächlich Schwierigkeiten bekommen, wenn sie Arme beraubt oder betrogen haben.

Die Reichen haben selten Schwierigkeiten in den Gerichtshöfen, außer mit anderen Reichen oder reicheren Regierungen, denn die Gesetze und Gerichtshöfe und Regierungen werden von den Reichen für die Reichen gemacht und um sich selbst zu beschützen. So bleiben sie reich und mächtig und können fortfahren, die Armen ihre Sklaven und Diener zu unterdrücken.

Einige sagen dann natürlich, dass die sehr reiche, mächtige und intelligente obere Schicht und die halbwegs mithaltende Mittelklasse nötig sind, um die Arbeitskraft des armen Mannes zu lenken und zu führen. Er weiß nicht wirklich, was gut für ihn ist oder wie er sich selbst und seine eigenen Angelegenheiten handhaben soll, so dass sie es für ihn tun müssen. Solange er also das Nötigste an Nahrung, Kleidung und Unterkunft bekommt und nicht zu schwer dafür schuften muss, um es sich zu verdienen, ist der Arme gewöhnlich zufrieden. Oder er wird zufrieden gemacht und konditioniert durch das System der Reichen, das ihn »befriedet«, so dass es keine Streiks, Aufruhr oder Rebellionen gibt und jeder sich wohl fühlt, friedlich und einigermaßen glücklich ist mit Ausnahme der Reichen!


Die Reichen haben es nie gut genug, sind selten friedlich und selten jemals glücklich! Da sie also in erster Linie deshalb reich geworden sind, weil sie dachten, dass mehr Dinge und mehr Macht sie glücklicher machen würde und sie trotzdem immer noch nicht glücklich sind, trachten sie ständig nach noch mehr Dingen und noch mehr Macht um zu versuchen, glücklicher zu sein. Aber gewöhnlich macht dies sie sogar noch unglücklicher, weil sie Gottes liebende Gesetze der Gleichheit und des Teilens brechen müssen, um so zu leben!

Und da sie sich nicht wagen, mehr oder zumindest nicht viel mehr von der Mittelklasse zu nehmen, sie versuchen sie zufrieden zu halten, damit nicht rebelliert wird gibt es nur noch eine Klasse, die sie beide unterdrücken, berauben und betrügen, um Macht und Reichtum zu erhalten. Jene Klasse ist der arme Mann, der jämmerliche, arme Schlucker, der niemals irgendeinen Ausweg aus seinem Dilemma sieht und daher nur allzu dankbar ist, wenn er es schafft, am Leben zu bleiben!

Aber wenn die Reichen und die Mittelständischen anfangen, »Herrn Bettelarm«, den schwarzen Peter von erhöhten Steuern, mehr Arbeitsdruck, höheren Preisen und schlechteren Verhältnissen zuzuspielen, fängt es für ihn an, fast unerträglich zu werden! Er fängt also an mehr zu streiken, beginnt einen Aufruhr, demonstriert und protestiert, um ein bisschen mehr von dem zu bekommen, was ihm zusteht, zumindest den armseligen kleinen Anteil seiner wirklichen Bedürfnisse! Hier geht's weiter

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