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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

WER GIBT... GEWINNT



Titel: Wer gibt, gewinnt

Inhalt:

Die Bank des Himmels

»Bring dies der armen Witwe, die am Rande des Städtchens lebt!« sagte der alte deutsche Schuhmacher zu seinem jungen Lehrling und gab ihm einen Korb mit frischem Gemüse aus seinem Garten. Für sein Auskommen arbeitete der Schuhmacher hart in seinem Beruf und pflanzte nebenbei sein Stückchen Garten an. Obwohl er selbst wenig zu haben schien, gab er stets an andere weiter.

Jemand fragte ihn: »Wie können Sie es sich leisten, so viel zu verschenken?«

»Ich verschenke ja gar nichts«, erwiderte er, »ich leihe es nur dem Herrn, und Er zahlt es mir um ein Mehrfaches zurück. Ich schäme mich, dass die Leute denken, ich sei großzügig, wenn ich doch so reichlich zurückerhalte. Vor langer Zeit, als ich sehr arm war, sah ich jemanden, der noch ärmer war als ich. Ich wollte ihm etwas geben, aber ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich mir das leisten konnte. Ich gab trotzdem, und der Herr hat mir geholfen: ich habe immer genug Arbeit gehabt und mein Garten gedeiht gut. Seitdem habe ich nie auch nur einen Moment gezögert zu helfen, wenn ich von jemandem hörte, der in Not war. Nein, auch wenn ich all mein Hab und Gut verschenkte, würde mich der Herr nicht verhungern lassen. Es ist wie mit dem Geld auf der Bank. Doch die Bank des Himmels wird nie versagen und die Zinsen kommen jeden Tag herein.«

* * *

»Ehre den Herrn mit (Gaben von) deinen Gütern und mit den Erstlingen [dem Besten] all deines Ertrags; so werden sich deine Scheunen mit Überfluss füllen und deine Kelter mit neuem Wein überfließen!« (Sprüche 3:9,10)

* * *

Wer sich in der Tugend des Teilens übt, sammelt sich Schätze. Gaben sind in Wahrheit Investitionen.

* * *

Erfolg liegt nicht darin, dein Möglichstes zusammen zu raffen, sondern dein Bestes zu geben.

* * *

Ist deine Zeit gekommen,
zu Ende dein irdisches Leben,
Nur was du mit anderen geteilt,
wird's weiterhin noch geben!

* * *

Eine Kerze verliert nichts von ihrem Licht, wenn sie eine andere Kerze anzündet.

* * *

Einer verdient seinen Lebensunterhalt von dem, was er bekommt, der andere hat sein Auskommen durch das, was er gibt.

* * *

»Einer teilt reichlich aus und hat doch immer mehr; ein anderer geizt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer. Wer reichlich gibt, wird gesättigt werden, und wer reichlich tränkt, wird selbst auch getränkt werden.« (Sprüche 11:24,25)

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* * *

Zwei verbannte Brüder

In einer Legende wird von einem Kloster erzählt, das einmal einen sehr großzügigen Abt hatte. Kein Bettler wurde je abgewiesen und er gab den Armen soviel er konnte. Etwas Seltsames geschah: je mehr er gab, desto reicher schien das Kloster zu werden.

Als der alte Abt starb, wurde er durch einen neuen ersetzt, der genau gegenteiliger Natur war: er war schroff und geizig. Eines Tages kam ein älterer Mann zur Pforte und sagte, er hätte dort vor Jahren einmal übernachtet und suche wieder ein Dach über dem Kopf. Der Abt wies den Besucher ab und sagte, das Kloster könne sich seine einstige Gastlichkeit nicht mehr leisten.

»Unser Kloster kann Fremde nicht mehr aufnehmen wie vorher, als es noch reich war«, sagte er. »Niemand scheint unserem Werk mehr Gaben geben zu wollen.«

Der Fremde erwiderte: »Ah, nun, ich glaube, das ist deshalb, weil du zwei Brüder vom Kloster verbannt hast.«

»Ich glaube nicht, daß wir das je getan haben,« sagte der verdutzte Abt.

»Oh ja,« war die Antwort. »Sie waren Zwillinge. Der eine hieß 'Gebt' und der andere 'Es wird euch gegeben werden'. Du hast 'Gebt' verjagt und so entschloss sich sein Bruder auch zu gehen.«

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