An der Westküste Afrikas gibt es eine Missionsstation, für die ich mich immer sehr interessierte. Ein junger Mann aus Pennsylvanien (USA) ging vor Jahren als Missionar dorthin. Dieser Mann hieß Adolphus C. Good. Aber es ist nicht Dr. Good, von dem ich hier erzählen möchte, sondern von einem afrikanischen Mädchen in dieser Mission, die eine wunderbare Christin wurde.
Es war Weihnachten und sie war mit all den eingeborenen Christen zur Mission gekommen, um den Geburtstag des Herrn zu feiern. Sie kamen nicht, um Geschenke von der Mission oder von einander zu erhalten, sondern sie kamen, um Ihm, dessen Geburtstag es war, das beste Geschenk zu bringen, das sie hatten.
Nachdem der Gebets- und Lobgottesdienst vorüber war und sie über Jesus gesungen hatten, wie wir es an Weihnachten immer tun, kamen die Leute in der Kirche in einer langen Prozession nach vorne, und jeder legte die Geschenke, die er für den Eretter und Sein Werk gebracht hatte, in die Hände des Missionars.
Sie waren sehr arm, und ihre Gaben waren bescheiden. Vielleicht hätten wir nur geschmunzelt, wären wir dort gewesen, aber die Geschenke wurden mit großer Liebe dargebracht, und die Gaben waren großzügig, denn sie wurden nicht aus Überfluss dargeboten, sondern aus tiefer Armut. Erinnern wir uns, was Jesus über die Frau sagte, die zwei kleine Münzen in den Opferstock geworfen hatte: sie hätte mehr als die Reichen gegeben. Denn bei Jesus zählt nicht, was wir geben, sondern was wir übrig haben und sie hatte alles gegeben. (Lies in der Bibel Markus 12:41-44.)
Diese afrikanischen Eingeborenen brachten also ihre Gaben: manche eine Handvoll Gemüse, andere einen Strauß Blumen oder einen Penny. Unter den christlichen Gebern befand sich dieses Jahr ein neues Gesicht. Ihren richtigen Namen kenne ich nicht, aber ich werde sie Prinzessin nennen. Sie war ein gut aussehendes, sechzehnjähriges Mädchen und war eine ehemalige Götzenanbeterin. Sie holte aus ihrem alten Kleid eine Silbermünze hervor und legte sie in die Hand des Missionars.
Er war von ihrem Geschenk dermaßen überrascht, dass er sich zuerst weigerte es anzunehmen, und er sagte ihr, sie solle nach dem Gottesdienst zu ihm kommen. Dann könne sie ihm unter vier Augen erzählen, woher sie solch ein Vermögen hatte, denn er befürchtete, dass sie es vielleicht gestohlen hatte. Zu seiner Überraschung fand er heraus, dass sie sich selbst für den Rest ihres Lebens als Sklavin an einen Plantagenbesitzer verkauft hatte, um Jesus ein Opfer bringen zu können, das ihr Herz befriedigen würde. Der Preis? eine Silbermünze. Diese hatte sie gebracht, um sie ihrem Herrn zu geben, der sie aus einer schlimmeren Sklaverei erlöste, als die, in die sie sich nun verkauft hatte.
Das Ende der Geschichte kenne ich nicht; ich vermute, dass der Missionar ihre Freiheit selbst zurückkaufte. Aber ich weiß, dass eine große Liebe in ihrem Herzen war, und ich bezweifle, ob es eine bessere Christin in der ganzen Welt gibt, als die junge »Prinzessin«. Sie war bereit, aus ihrer großen Liebe heraus sich selbst zu geben, so dass durch ihre Gabe anderen Menschen die große und wunderbare Geschichte von Weihnachten und der Gabe von Gottes Liebe für die Welt erzählt werden konnte.
Denn die Gabe Gottes für die Welt war weder eine aus Gold oder Silber, noch von Reichtümern irgendwelcher Art, sondern eine Gabe der Liebe. Er gab sich selbst, wie nur wahre Liebe es tun kann.