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Quelle: Deutsche Welthungerhilfe
www.welthungerhilfe.de

756 Milliarden Dollar im Jahr 2000 - Ende der Abrüstung?

Seit 1998 sind die weltweiten Rüstungsausgaben um rund 5 Prozent gestiegen - von 720 auf 765 Milliarden US$ - gerechnet zu Preisen und Wechselkursen von 1998. Nach aktuellem Wert entspricht das 798 Milliarden US$. Damit haben die Verteidigungsausgaben erstmals wieder den Wert von 1995 übertroffen.

Durchschnittlich rund 2,5 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts werden in die Rüstung gesteckt - etwa 130 Dollar jährlich pro Kopf der Erdbevölkerung. Zum Vergleich: die Entwicklungsländer erhalten etwa 7 Dollar Entwicklungshilfe pro Einwohner und Jahr.

Natürlich gibt es große regionale Unterschiede. Die USA geben mit über 280 Milliarden Dollar jährlich bei weitem am meisten für die Rüstung aus. Die größten Zuwächse verzeichnet Russland - von knapp 31 Millarden $ im Jahr 1998 auf fast 44 Milliarden im Jahr 2000. Prozentual haben freilich die afrikanischen Länder südlich der Sahara am meisten zugelegt - fast 51 Prozent binnen zwei Jahren. Betroffen sind vor allem die Länder, in denen Bürgerkriege toben und jene, die große Truppenkontingente in benachbarte Kriegsregionen entsandt haben. Die ebenfalls großen Steigerungsraten in Südasien gehen vor allem auf den Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan zurück.

Die meisten großen Rüstungsnationen haben bereits angekündigt, ihre Verteidigungsausgaben auch in absehbarer Zukunft weiter zu steigern. Das gilt für die wichtigsten NATO-Staaten genauso wie für China, Russland, Japan oder Indien. Damit dürfte das Jahr 1998 vorerst das Jahr mit den geringsten weltweiten Rüstungsausgaben nach Ende des kalten Krieges zwischen Ost und West bleiben. Die rund 10jährige Periode stetiger Abrüstung ist vorbei.

Gleichzeitig fehlen der Internationalen Gemeinschaft aber die Mittel, um beispielsweise die Ausbreitung von AIDS wirkungsvoll zu bekämpfen oder allen Flüchtlingen und Asylsuchenden ein menschenwürdiges Überleben zu sichern. Viel zu wenig Geld steht auch bereit, um Konflikte schon im Vorfeld zu schlichten, Friedensabkommen durchzusetzen oder rasch auf Völkermorde reagieren zu können.