RFID und EPC: Metro, Tesco und Carrefour sind dabei
»Es ist inzwischen bekannt geworden, dass außer dem deutschen Handelsriesen Metro in Europa auch noch die britische Tesco und vor allem der französische Carrefour und damit das größte europäische und weltweit zweitgrößte Handelsunternehmen gemeinsam mit Intel an der schnellen Einführung des Electronic Product Code (EPC)arbeiten. Nach eigenen Angaben testet Metro bereits seit April 2003 RFID-Etiketten unter realen Bedingungen."
Metro steigt in Deutschland auf RFID-Technik um
Wird immer kleiner:
der RFID-Chip
Der deutsche Einzelhandelskonzern Metro AG will bei Paletten und Transportverpackungen RFID-Systeme noch in diesem Jahr großflächig für seine deutschen Filialen einführen und damit den ersten Schritt machen, um Barcodes zu ersetzen.
Das Wall Street Journal berichtet, dass ab November 2004 100 Lieferanten und 250 Filialen der Warenhäuser und Verbrauchermärkte Metro Cash&Carry, "Real", "Extra" und "Galeria-Kaufhof" sowie 10 Vertriebszentren mit der neuen Technik ausgestattet werden sollen. Bis 2007 würden sämtliche 800 Märkte und Zentren in Deutschland umgerüstet.
Sollte der Zeitplan wie geplant umgesetzt werden, würde Metro die US-Kette Wal-Mart überholen, die 2005 mit dem großflächigen Einsatz der RFID-Technik starten will. Metro arbeitet mit Intel und SAP zusammen. Durch die RFID-Technik erwartet der Konzern bei den Lagerhaltungskosten Einsparungen um 20 Prozent, also mehreren Milliarden US-Dollar.
RFID steht für "Radio Frequenz Identification". Dabei wird per Funk eine Übertragung von Produktinformationen über kurze Strecken ermöglicht. Feldversuche mit RFID-gelabelten Einzelverpackungen haben bei Verbrauchern und Datenschützern zu Verstimmung über möglichen Missbrauch geführt. Nach Meinung von Marktforschern werde das die langfristige Anwendung auch für Individualverpackungen kaum verhindern. In Deutschland testen Metro und Kaufhof RFID-basierte Kauf- und Präsentationssysteme.
07.07.2004, 12:30
Minister Kuschke gibt Startschuss für die Erprobung von Spitzentechnologie bei der METRO - "Weltmarktführer bei Innovation im Handel"
Das Landespresse- und Informationsamt teilt mit:
Den Startschuss für die weltweit erste, umfassende Erprobung einer neuen Transponder-Technologie zur Prozess- und Lagersteuerung bei der METRO Group hat der Minister und Chef der Staatskanzlei, Wolfram Kuschke, am Mittwoch (7. Juli 2004) in Neuss gegeben. "Die neue RFID-Technologie ist ein Meilenstein der Technik. Als Vertreter der Landesregierung freut es mich besonders, dass der Startschuss für diese Weltpremiere in Nordrhein-Westfalen fällt. Wenn im November der echte Betrieb aufgenommen wird, dann wird es nicht mehr lange dauern, bis das gesamte Effizienzpotenzial von RFID in der Lieferkette ausgeschöpft werden kann. Ich bin sicher, dass sich die Technologie am Ende auf breiter Basis, und das heißt in diesem Falle weltweit, durchsetzen wird. Mit Ihnen gemeinsam bin ich stolz darauf, dass für diesen weltweiten Standard die METRO-Group Maßstäbe setzt", sagte der Minister bei der Eröffnung des RFID Innovation Center am Mittwoch (7. Juli 2004) in Neuss.
RFID (Radio-Frequenz-Identifikation, auch Transponder-Technologie genannt) ist eine Technik zur automatischen Identifikation und Datenerfassung. Der Handel entwickelt zwei wesentliche Anwendungskreise. Im Supermarkt sollen Einzelwaren markiert werden, was den Bezahlvorgang und die Auspreisung vereinfacht und die Regal- und Lagerbestandskontrolle weiter automatisiert. Diese Anwendung wird im Future Store der METRO Group in Rheinberg, einem Extra-Markt, seit vergangenem Frühjahr getestet. Im Innovation-Center in Neuss geht es um den anderen Anwendungskreis, nämlich die Lieferkette, bei der nur Liefergebinde als Gesamtheit markiert werden. Erwartete Vorteile sind ein effizientes Produktionsmanagement, schnelle Wareneingangs- und Ausgangskontrolle, permanente Inventur, Vermeidung von Lieferschwierigkeiten und bessere Rückverfolgbarkeit von Waren, etwa für Warenrückrufaktionen.
Das Innovation-Center in Neuss ist ein ehemaliges Verteilzentrum der Metro Group, das für den Test und die Anlaufphase der Technologie verwendet wird. Die Technologie wird dort zunächst außerhalb echter Lieferbeziehungen getestet. Die nächste Phase wird "Roll out" genannt und soll im November 2004 starten. Dann wird mit 100 Lieferanten, acht Lägern und 289 Märkten/Filialen der Metro Group in drei Phasen die tatsächliche Anwendung erfolgen. Ab Januar 2006 sollen weitere Beteiligte einbezogen werden.
Minister Kuschke: "Nach dem Future Store in Rheinberg steht in unserem Bundesland damit eine weitere Testplattform für die Entwicklung der Technologie bereit, die die gesamte Wertschöpfungskette im Handel nachhaltig beeinflussen dürfte. Es hat eine gewissermaßen zwingende Logik, dass die Anwendung von RFID hier entwickelt wird. Nordrhein-Westfalen ist nicht nur der wichtigste Industriestandort in Deutschland, sondern auch ein starker Standort für Handel, Versicherungen und Dienstleister. Es ist ein beeindruckendes Zeichen für ihre außerordentliche Innovationsbereitschaft, dass sich die METRO-Group zum Wegbereiter dieser Technologie gemacht hat. Sie ist damit Weltmarktführer auf diesem Gebiet. Dass hier wieder einmal ein deutscher Konzern ganz vorne steht, macht den Kummer über das Abschneiden der deutschen Fußballer bei der Europameisterschaft gleich erträglicher."